Inklusives Karnevalsprojekt von KultCrossing und der Offenen Schule Köln

SchülerInnen präsentieren ihren Karnevalswagen

Mit einem Fabeltier in Modularbauweise nimmt die Offene Schule Köln (OSK) erstmalig am Schull- und Veedelszöch in 2016 teil. Der Wagen mit dem Motto „De fabelhafte Welt d’r OSK“ ist das Ergebnis des diesjährigen KultShops Wagenbau. „Das Projekt hat das Ziel, Schülerinnen und Schülern die Kultur des Karnevals nahezubringen. Neben dem Wagenbau und der Teilnahme am Zoch werden wir auch noch das Karnevalsmuseum besuchen“, erklärt die ehrenamtliche KultCrossing-Geschäftsführerin Christa Schulte. Als KultCrossing-Künstler konnte der Kölner Wagenbauer Werner Blum gewonnen werden, der die Schüler während der gesamten Bauphase unterstützte.

Geplant und gebaut wurde der Wagen von Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 11 und 16 Jahren, viele davon mit Förderbedarf. „Wir haben das Projekt als AG nach der Schule organisiert, an der jeder, der Interesse hatte, teilnehmen konnte. Die Resonanz war groß“, erzählt Tomaso Giurgolo, Lehrer an der OSK und Projektleiter.

Ein fabelhafter Karnevalswagen

Angefangen hat die Arbeit der Jugendlichen mit dem sprichwörtlichen leeren Blatt, es gab keine inhaltlichen Vorgaben. „Wir haben uns für ein Fabelwesen entschieden, weil wir unsere Schule fabelhaft finden. Und weil ja auch wir alle unterschiedlich sind“, erklärt Konrad (12). Auch die Idee, den Wagen in Modulen zu bauen, deren Reihenfolge im Laufe des Zuges neu kombiniert werden kann, stammt von den Jugendlichen. „Das passt zu uns, wir verändern und entwickeln uns ja auch“, erläutert Viviana (13). Für die technische Umsetzung fanden die Jugendlichen ebenfalls selbstständig eine Lösung: Die Pappmaschee-Aufbauten wurden auf Rollstühle montiert, die sonst im Sportunterricht benutzt werden. „Wir Erwachsenen, vor allem natürlich Werner Blum, haben eigentlich nur die Ideen in Baupläne übersetzt“, zeigt sich der Techniklehrer Rudi Scharl beeindruckt.

Von der Arbeit mit dem Wagenbauer waren die Jugendlichen begeistert. „Er hat uns unheimlich viel gezeigt, beim Bauen und auch beim Malen, z.B. wie man mit Licht und Schatten arbeitet“, erzählt Ronja (13).

 

 

Neben Kreativität war auch Recherche gefragt, erinnert sich Viviana: „Wir haben in Tierbüchern nachgeschaut, wie ein Tigerfell genau aussieht oder wie Spinnenbeine aufgebaut sind.“ Bei der Zusammenstellung der Tiere haben die Jugendlichen dann der Phantasie freien Lauf gelassen: „Der Kopf besteht zum Beispiel aus einem Vogel, einer Schlange, einem Hasen und einem Einhorn – mit Glitzer.“

Ganz schlicht gehalten sind dagegen die Kostüme der Gruppe, die ebenfalls selbst entworfen und hergestellt wurden – ein weißer Umhang mit dem Kürzel des Schulnamens in Rot und ein rotes Kopftuch: „Das bunte Fabeltier soll im Vordergrund stehen, nicht unsere Verkleidung. Aber es war uns wichtig, dass wir einheitlich auftreten, denn so unterschiedlich wir sind, sind wir schließlich eine Gemeinschaft“, erklärt Ronja.

„Es war wichtig, zusammenzuarbeiten, vieles geht gar nicht alleine“

Design, Malen, Handarbeiten, Bauen: Verschiedenste Talente waren während des Projektes gefragt. „In allen Phasen haben sich Spezialisten herauskristalli-siert, die die anderen dann angeleitet haben“, erklärt Techniklehrer Scharl. Zum inoffiziellen „Chefkonstrukteur“ wurde z.B. der Achtklässler Max: „Ich habe im Technikunterricht ja schon einiges gelernt, es war toll, das jetzt bei einem so großen Projekt anwenden zu können. Dafür war aber das Malen nicht mein Ding, da mach ich mich immer dreckig“, meint er grinsend. Aber auch die Jüngeren kamen überall zum Einsatz, erzählt Giuliano: „Es gab so viel zu tun, dass jeder auch mal mit Werkzeugen arbeiten konnte.“ Jeder habe überall mitgemacht, Teamarbeit wurde großgeschrieben. Und die 16jährige Carola spricht sicher für viele der AG-Mitglieder, wenn sie erklärt: „Am meisten Spaß gemacht hat mir...alles!“

„Wir freuen uns sehr, dass wir dieser außergewöhnlichen Schule, die Inklusion lebt, ein Projekt ermöglichen konnten, das den Jugendlichen Kultur näher-bringt, ihnen Raum gibt kreativ zu werden und handwerkliche Fertigkeiten ebenso zu trainieren wie ihre Teamfähigkeit“, fasst Christa Schulte das Projektergebnis zusammen und dankt dem Großen Senat e.V., der diesen KultShop als Hauptsponsor finanziert hat. Und sie bringt eine positive Nachricht für die Schule mit: Auch für Kamelle ist noch Geld im Budget.

Fotos vom aktuellen Wagenbau-Projekt und aus den vergangenen Jahren finden Sie in der Bildergalerie.


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